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Star, Wildkatze und Dreistachliger Stichling


Foto: pixabay
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Potsdam (red). Die Natur des Jahres 2018 wird am Dienstag, 6. Februar, um 14:30 Uhr in der „Grünen Stunde für Erwachsene“ im Naturkundemuseum Potsdam präsentiert. Biologe Dr. Dirk Berger, Sammlungs- und Ausstellungskonservator, stellt die Tiere und Pflanzen des Jahres vor, die von Natur- und Umweltorganisationen nominiert wurden. Mit einem Glas Sekt oder Selters wird auf Star, Wildkatze und den dreistachligen Stichling angestoßen.

 

In einem Vortrag und in den Ausstellungen treffen Gäste der „Grünen Stunde für Erwachsene“ auf bekannte Arten wie den Star und den dreistachligen Stichling, aber auch auf unscheinbare unbekanntere Lebewesen wie die Gemeine Skorpionsfliege, die in diesem Jahr zum Insekt des Jahres gewählt wurde. Besuchende der Veranstaltungsreihe können ihr naturkundliches Wissen auffrischen, Neues erfahren und den Mitarbeitenden des Museums in angenehmer Atmosphäre Fragen stellen.

 

Zum Vogel des Jahres wurde in diesem Jahr der Star vom Naturschutzbund Deutschland e.V. und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e.V. gewählt. Er ist den meisten Menschen gut bekannt und auch in Potsdam anzutreffen. Zu den Besonderheiten dieser Art zählen die Flugmanöver ganzer Vogelschwärme sowie das Talent andere Vögel und Geräusche nachzuahmen und in eigene Gesänge einzubauen. Doch seit Jahren schwinden die Bestände des einst so häufigen Vogels. Gäste lernen den Star in verschieden Federkleidern, wie dem Tracht- und Schlichtkleid, im Museum kennen. Weiterhin sind in einer Vogelvitrine ein Perlstar und ein Star im weißen Federkleid zu sehen.

 

Die Wildkatze ist das Wildtier des Jahres 2018, das entschied die Deutsche Wildtier Stiftung. Der Bestand deutscher Wildkatzen wird derzeit auf etwa 6000 Tiere geschätzt. Sie ist vor allem in waldreichen Mittelgebirgen zu Hause und geht in der Dämmerung und nachts auf die Jagd nach Kleinsäugern. Auch Reptilien, Amphibien, Kleinvögel und Fische gehören zu ihrer Beute. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie in Deutschland fast ausgerottet. Noch heute ist sie nicht flächendeckend verbreitet. Die nächstgelegenen Wildkatzenvorkommen gibt es im Harz. In Brandenburg kommt die Wildkatze nicht vor, doch die brandenburgischen Wälder mit Laub- und Mischwald-Gebieten sind für das Tier als Lebensraum grundsätzlich geeignet. Experten gehen davon aus, dass sie sich bald wieder ansiedeln werden. In den Ausstellungen des Naturkundemuseums Potsdam befindet sich ein Präparat einer Wildkatze, das zum genauen Beobachten einlädt.

 

Der dreistachlige Stichling ist eine der kleinsten Arten der heimischen Fischfauna. Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) wählte ihn gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) zum Fisch des Jahres. Obwohl der Winzling keine wirtschaftliche Bedeutung besitzt, ist er doch vielen Menschen bekannt. Mit seiner Wahl soll auf die vielen kleinen Fischarten, die die Artenvielfalt in unseren heimischen Gewässern maßgeblich mitbestimmen, hingewiesen werden. Viele der einheimischen Süßwasserfische können das ganze Jahr im Aquarium des Naturkundemuseums Potsdam lebend beobachtet werden. Aufgrund seines komplexen Fortpflanzungsverhaltens ist der dreistachlige Stichling in der Verhaltensforschung ein beliebtes Studienobjekt. Auch im Naturkundemuseum Potsdam wurde in den 1950er und 1960er Jahren zum dreistachligen Stichling geforscht. Dabei wurde herausgefunden, dass es drei anatomisch unterschiedliche Formen dieses Stichlings gibt, die sich durch die seitlich ausgebildeten Knochenplatten unterscheiden. Färbepräparate der damaligen Studien werden am 6. Februar präsentiert.

 

Der Teilnahmebeitrag beträgt 6,50 Euro und enthält den Museumseintritt, warme und kalte Getränke sowie Kekse. Eine telefonische Anmeldung ist erwünscht, da die Teilnahme auf 20 Personen begrenzt ist. Das Naturkundemuseum Potsdam, Breite Straße 13, ist mit dem Bus 606 (Haltestelle „Naturkundemuseum“) gut erreichbar. Weitere Informationen findet man im Internet. 

 

von Redaktion

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