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Positive Jahresbilanz für das Potsdam Museum


Dr. Jutta Götzmann zieht ein positives Fazit. Foto Potsdam Museum
Dr. Jutta Götzmann zieht ein positives Fazit. Foto Potsdam Museum

Potsdam (red). Die Direktorin des Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte hat im heutigen Pressegespräch eine positive Bilanz des letzten Jahres gezogen und einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben des Museums in 2018 gegeben. „Im zurückliegenden Jahr präsentierte sich unser Museum durchgängig mit zwei Ausstellungen im Brandenburgischen Landtag, im ersten Halbjahr mit Grafikserien aus den Jahren 1970 bis 2000 und im Folgenden mit Fotografien von Manfred Hamm. Tausende Besucher konnten für die Schätze des Potsdam Museums begeistert werden. Damit hat sich unsere aktuelle Besucherzahl von 33.400 um etliche Tausende erhöht“, sagt Dr. Jutta Götzmann über die Möglichkeit, außerhalb des eigenen Hauses Besuchergruppen anzusprechen.

 

Einen regelrechten Besucheransturm verzeichnete das bis März 2017 gezeigte Ausstellungsprojekt mit 49 Künstlern aus Ost und West „Die wilden 80er Jahre in der deutsch-deutschen Malerei“ mit einem Besucherrekord von insgesamt 11.400 Besuchern. In der kulturgeschichtlichen Ausstellung „Gläserne Welten – Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte“, der ein wissenschaftliches Symposium vorausgegangen war, wurden erstmals seit über 100 Jahren die Glashütten aus Potsdam und Brandenburg-Preußen thematisiert. Das Museum leistete mit diesem manufakturgeschichtlichen Schwerpunkt Pionierarbeit.

 

Für das Potsdam Museum stellt die Kooperation mit den kulturellen Einrichtungen der Landeshauptstadt und über die Landesgrenzen hinaus einen wichtigen Aspekt seiner Arbeit dar. Mit dem neuen Nachbarn Museum Barberini gab es gemeinsame Führungsformate, die thematisch aufeinander abgestimmt waren. In Ausstellungsprojekten und Begleitprogrammen kooperierte das Museum mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, mit den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci, dem Hans Otto Theater, dem Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V., der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße und dem Museum Charlottenburg-Wilmersdorf. „Auch unser Förderverein bereicherte das Veranstaltungsprogramm und hat mit seiner breit aufgestellten Kulturträger-Kampagne die Museumsarbeit aktiv unterstützt“, resümiert Dr. Jutta Götzmann.

 

Die Anfang Dezember 2017 eröffnete Ausstellung „Leben ist Glühn“ widmet sich erstmalig dem deutschen Expressionisten Fritz Ascher und seiner Potsdamer Zeit in den 1930er Jahren. Dem Museum gelang mit diesem Projekt eine internationale Kooperation mit der Fritz Ascher Gesellschaft für Verfolgte, Verfemte und Verbotene Kunst, New York.

 

Die kontinuierliche Digitalisierung der Sammlungsbestände konnte dank der Förderung durch das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur weitergeführt werden. So präsentierte das Potsdam Museum in umfassender Weise seinen reichen Schatz an historischen Potsdam-Ansichten in der Ausstellung „Faszinierender Blick. Potsdamer Veduten des 17. und 18. Jahrhunderts“ (April-Juli 2017). Die Digitalisierung stellte einen wichtigen Arbeitsbereich im Jahr 2017 dar, 6000 Negative aus der fotografischen Sammlung (Potsdam in der NS-Zeit) wurden ebenfalls aufbereitet.

 

Ein besonderes Augenmerk legte das Potsdam Museum 2017 auf die Erweiterung seiner Sammlungen. Mit Harald Metzkes und Strawalde sind zwei Ausnahmekünstler in den Jahrzehnten der DDR erstmals mit vier Gemälden im Sammlungsbestand „Kunst nach 1945“ vertreten. Weitere Schenkungen betreffen Werke des Potsdamer Malers Otto Heinrich sowie hochkarätige Goldrubingläser aus Privatbesitz. Auch die Sammlungen Schrift und Druck und Fotografie erhielten Zuwachs, so beispielweise drei Teilnachlässe von bedeutenden Potsdamer Persönlichkeiten.

Den Auftakt für das Jahr 2018 bestimmt die Jahreskampagne der Landeshauptstadt Potsdam ab April mit einer Retrospektive zum ausgewiesenen Potsdam-Chronisten Max Baur „Potsdam, ein Paradies für meine Kamera. Max Baur. Fotografie“. Max Baur zählt zu den bekanntesten und wichtigsten Fotografen der Stadt. Von 1934 bis 1953 schuf er Bildikonen der Kulturlandschaft.

 

Ein besonderes Ausstellungs-Highlight erwartet den Besucher im Herbst 2018. Innerhalb eines europäischen Verbundprojekts zu den politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Umbruchphasen der Weimarer Zeit und der NS-Zeit veranstaltet das Potsdam Museum eine Doppelausstellung unter dem Titel „Umkämpfte Wege der Moderne“. Interdisziplinäre Grundlagen für beide Ausstellungen legte das wissenschaftliche Symposium im Oktober 2017. Die erste Ausstellung richtet ihren Schwerpunkt auf die künstlerische Avantgarde und widmet sich dem Schweizer Künstler Wilhelm Schmid (1892—1971). Als Architekt und bildender Künstler setze er in der Weimarer Zeit in Berlin und Potsdam neue Maßstäbe. Schmid zählt zu den Gründungsmitgliedern der Novembergruppe, die unter revolutionärem Vorzeichen Kunst und Kulturpolitik verändern wollte. Mit dem Fokus auf ihre Ursachen, Wirkung und Folgen werden die künstlerischen und gesellschaftlichen Umbrüche nach 1918 ergründet, kritisch befragt und in einer zeitgemäßen, publikumsorientierten Form präsentiert. Eine zweite Ausstellung widmet sich ab Anfang 2019 kulturhistorisch dem Thema „Potsdam und Babelsberg.“

 

Der aktuelle Anlass ergibt sich 2018 durch die 100-jährige Wiederkehr des Endes des Ersten Weltkriegs und der damit verbundenen Abdankung des deutschen Kaisers. Gleichzeitig steht das Datum für den Aufbruch in die Moderne, der sich ebenfalls 2018/2019 mit dem Doppeljubiläum zur Gründung von der Novembergruppe und des Bauhauses zum einhundertsten Mal jährt.

 

von Redaktion 

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