Veröffentlicht am 29.06.2016 um 21.30 Uhr

von Frank Bürger 

Für eine Zeit voller Leben


Dr. Eckart von Hirschhausen, 2014,  Foto: Kurt Kulac
Dr. Eckart von Hirschhausen, 2014, Foto: Kurt Kulac

 

20 Jahre Björn Schulz Stiftung

 

Jubiläumsfeier mit Schirmherrin Karin Seehofer, Michael Müller und Dr. Eckart von Hirschhausen in der Bayerischen Landesvertretung Berlin  

 

Berlin (fb/red). Am Donnerstag, den 30. Juni 2016 findet mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft sowie Freunden und Unterstützern um 18 Uhr der Festakt zum 20-jährigen Jubiläum der Björn Schulz Stiftung in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin statt. Prof. Dr. Winfried Bausback, Bayerischer Staatsminister für Justiz, begrüßt die Gäste, und Bärbel Mangels-Keil, Vorstandssprecherin der Björn Schulz Stiftung, eröffnet die feierliche Veranstaltung. Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller richtet sich im Anschluss mit einem Grußwort an die anwesenden Gäste, gefolgt von der bayerischen Ministerpräsidentengattin Karin Seehofer,  Schirmherrin der Veranstaltung und der Stiftung bereits viele Jahre verbunden. Dr. Eckart von Hirschhausen hält den Festvortrag „Lachen als Medizin. Warum Humor, Sinn und Verbundenheit unterschätzte Heilmittel sind“. Unter den anwesenden Gästen befinden sich darüber hinaus langjährige Förderer der Stiftung wie beispielsweise Dr. Florian Langenscheidt, Regine Sixt und Dr. hc. Wolfgang Thierse. 

 

20 Jahre Kinderhospizbewegung 

 

Die Björn Schulz Stiftung schaut seit 1996 auf bewegende und erfolgreiche Jahre zurück. In den 1990-igern gab es in Deutschland keine ambulanten oder stationären Kinderhospizdienste. Es standen nur wenige Anlaufstellen für Familien mit schwerst- und unheilbar erkrankten Kindern zur Verfügung. Insbesondere in der sensiblen Sterbephase – einer Situation, in der die Eltern oftmals allein dem Unvorstellbaren gegenüberstehen. Demzufolge gründete die Björn Schulz Stiftung 1997 den deutschlandweit ersten ambulanten Kinderhospizdienst. Im Jahre 2002 folgte dann die Eröffnung des stationären Kinderhospizes „Sonnenhof“. Mit der Idee betrat die Stiftung Neuland, denn das Angebot des Kinderhospizes war weitgehend unbekannt. „Gerade in den ersten Jahren des ‚Sonnenhofs’ musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Die Björn Schulz Stiftung hat die Grundsätze der Kinderhospizarbeit in die Öffentlichkeit getragen und Vorurteile in den Kliniken und Hemmschwellen bei betroffenen Eltern abgebaut“, berichtet Bärbel Mangels-Keil. „Wir sind sehr stolz darauf, dass uns dies mit viel Engagement, tiefer Menschlichkeit und der ganz besonderen Energie unser Mitarbeiter, Unterstützer und Förderer gelungen ist.“  Die Stiftung entwickelte sich dank ihrer breiten Versorgung unter einem Dach zum Vorreiter in Deutschland. Die gesammelten Erfahrungen und das bestehende Netzwerk in den ambulanten Diensten sollen in Berlin und im Berliner Umland weiter ausgebaut werden, um so noch mehr Familien in ihren schwierigen Situationen helfen zu können. „Das Stiftungsmotto ‚Für eine Zeit voller Leben’ wird auch weiterhin konsequent gelebt und gibt den gesamten Familien einen Raum, die schicksalsreiche Lebenssituation zu bewältigen“, führt Bärbel Mangels-Keil fort.  

 

Klangvolle Begleitung des Jubiläums  

 Der musikalische Rahmen des Festakts steht im Zeichen von „Jugend musiziert“: Julia Lilith Grünbaum, 12 Jahre alt, präsentiert mit ihrer Harfe zwei Stücke von Mikhail Glinka und Alphonse Hasselmans, während der 18-jährige Pianist Antong Zou Werke von Chopin und Ravel spielt. Der offizielle Part der Veranstaltung endet mit einem besonderen Auftritt der bekannten Jazz- und Soul-Sängerin Jocelyn B. Smith, die bereits viele Jahre als Botschafterin für die Stiftung tätig ist: Sie singt ihr Lied „Meine Liebe trägt mich“, das speziell dem Kinderhospiz „Sonnenhof“ gewidmet ist. Mit einem spontanen Chor aus allen Gästen wird der Festakt stimmungsvoll ausklingen.  

 

Über die Björn Schulz Stiftung  

Seit 20 Jahren begleitet die Björn Schulz Stiftung Familien mit lebensbedrohlich und lebensverkürzend erkrankten Kindern und jungen Erwachsenen bis 35 Jahren ab dem Zeitpunkt der Diagnose, während des Krankheitsverlaufs und über den Tod des Kindes hinaus. Dies geschieht im bundesweit ersten ambulanten Kinderhospizdienst und im stationären Kinderhospiz „Sonnenhof“, ergänzt durch weitere ambulante Dienste in Berlin und Brandenburg. „Wenn ein Kind erkrankt, ist die ganze Familie betroffen!“ – dieser Satz prägt die Arbeit der Björn Schulz Stiftung. Dementsprechend bietet sie eine umfassende psychologische, lebenspraktische und seelsorgerische Hilfe in Form von Einzelbetreuung und Gruppenangeboten, auch weit über den Tod des Kindes hinaus.

 

Für die Erholung stehen Nachsorgehäuser am Chiemsee und auf Sylt zur Verfügung: Der Irmengard-Hof am Chiemsee ist ein Haus zur Nachsorge für Familien mit schwer erkrankten Kindern. Erfahrene Mitarbeiter führen hier unter anderem Maßnahmen zur Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens der Kinder durch.  

 

Benannt ist die Björn Schulz Stiftung nach einem kleinen Jungen, der 1982 mit nur sieben Jahren an Leukämie verstorben ist. Sein Tod war für seine Eltern und andere Familien der Impuls, einen Selbsthilfeverein ins Leben zu rufen, der 1996 die Björn Schulz Stiftung und damit die Kinderhospizbewegung in Deutschland begründet hat.  

 

Die Prenzlauer Rundschau hat schon mehrmals über die Arbeit der Björn Schult Stiftung berichtet und Spenden für das Hospiz gesammelt.

 

Foto: Kurt Kulac

Bericht: Frank Bürger, Chefredakteur der Prenzlauer Rundschau / MPR Dr. Muth Public Relations GmbH 


Kontakt zum Autor: 

f.buerger@prenzlauer-rundschau.de


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