Ebola im Fokus


Herta Däubler-Gmelin in Karlsruhe.
Herta Däubler-Gmelin in Karlsruhe.

Ebola im Fokus

 

Berlin (fb). Im vergangenen Jahr forderte die Ebola-Epidemie in Westafrika tausende Todesopfer. In einer klinischen Studie haben Mediziner nun erfolgreich einen Impfstoff an Kindern getestet. Experten fordern ein besseres Krisenmanagement und einen Notfallplan im Fall einer Epidemie.

 

Viele Hilfsorganisationen engagieren sich in Westafrika, immer im Fokus die Ebola-Epidemie. Die Eberhard Karls Universität Tübingen sorgte diesbezüglich mit einer Pressemitteilung vor einiger Zeit Furore. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat erfolgreich einen Impfstoff gegen Ebolaviren getestet: Die Mediziner ermittelten die Dosis, die einen wirksamen Schutz gegen Ebolaviren bieten könnte und prüften den Impfstoff erstmals an Kindern.

 

Die klinische Studie fand unter Leitung der Tropenmediziner Dr. Selidji T. Agnandji vom Centre de Recherches Médicales de Lambaréné in Gabun und Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin an der Universität Tübingen statt. 115 Erwachsene, 20 Jugendliche sowie 20 Kinder hatten in Gabun den Impfstoff gegen die Viruskrankheit erhalten und bei geringen Nebenwirkungen eine gute Immunabwehr entwickelt.

 

Lambaréné und Gabun sind vor allem durch das Wirken von Albert Schweitzer in den Fokus der Weltöffentlichkeit gelangt. Die Prenzlauer Rundschau hat sich mit dem Literaten Klaus Hugler und Dr. Justus Werdin unter dem Dach der Zeitschrift „Frohe Botschaft“ auf Spurensuche gemacht.

 

http://albert-schweitzer-tee.de/index.php?id=21

 

An dieser Tübinger Universität studierte und dozierte die ehemalige Bundesministerin Herta Däubler Gmelin. Sie ist oft im europäischen und außereuropäischen Ausland – etwa in Südafrika. Dorthin pflegt sie seit Ende der achtziger Jahre Kontakt. In China setzt sie den schon im Bundestag begonnenen deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog fort. Ihren 70. Geburtstag feiert Herta Däubler-Gmelin im kleinen Kreis. Erst später folgt ein Fest in Schloss Wartin, einem deutsch-polnischen Freundschaftszentrum in der Uckermark, für das sie sich seit Jahren engagiert.

Die Prenzlauer Rundschau und ihr Chefredakteur haben schon immer Kontakte nach Wartin und den Schlossherren gepflegt.

 

22 Ebola-Ausbrüche sind weltweit bislang verzeichnet. Allein 2016 waren in Westafrika mehr als 28.600 Menschen vom bisher schlimmsten Ausbruch einer Ebola-Viruserkrankung betroffen. 11.300 Todesopfer waren am Ende dieser Epidemie zu beklagen. Das veranlasste Mediziner aus vielen Ländern gemeinsam an der Entwicklung eines Impfstoffes für den Einsatz am Menschen zu arbeiten. In einer globalen Aktion wurden aus bereits früher voruntersuchten Impfstoffkandidaten insgesamt acht für klinische Versuche ausgesucht.

 

Der Impfstoff rVSVΔG-ZEBOV-GP wird bereits seit 2015 in Afrika klinischen Tests unterzogen. Nun konnte er erstmals an jungen Menschen und in verschiedenen Dosierungen getestet werden. Die Probanden erhielten einen Bestandteil aus genetischem Material des Ebolavirus. Dieser ist in ein für Menschen harmloses Trägervirus eingebaut, das Vesikuläre Stomatitis Virus (VSV).

 

Es erwies sich, dass Teilnehmer aus von Ebola betroffenen Ländern oft schon vor Impfung Antikörper gegen das Virus ausgebildet hatten und nach der Impfung eine bessere Immunreaktion zeigten als Menschen ohne Antikörper im Blut. Auch geringe Impfdosen konnten so schon eine ausgezeichnete Immunreaktion erzeugen. Die Wissenschaftler wollen nun für Menschen mit Antikörpern wie auch für Kinder und Jugendliche testen, ob die Impfdosis verringert werden kann.

 

„Der katastrophale, unvorhergesehene Ebola-Ausbruch in Westafrika hat gezeigt, dass es möglich ist Akademiker, Hilfsorganisationen, Industrie und Sponsoren an einen Tisch zu holen“, sagt Professor Peter Kremsner. Der Tropenmediziner ist Mitglied des Expertenkonsortiums, das auf Veranlassung der WHO in Genf Strategien gegen Ebola und andere Seuchen sucht. „Wir brauchen ein Krisenmanagement und einen Notfallplan im Falle einer Epidemie, aber auch Maßnahmen zur Vorsorge gegen Erkrankungen wie Ebola“, sagt er. „Wir müssen die Entwicklungsprozesse von Impfstoffen weiter verbessern und beschleunigen, um diese bei Bedarf schnell einsetzen zu können ‒ gerade in Weltregionen ohne gute Infrastruktur für die Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten.“

 

Foto: Mehr Demokratie

Bericht: Frank Bürger


Kontakt zum Autor:

f.buerger@prenzlauer-rundschau.de


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