Weimarer Dreieck in Schwetzingen


Weimarer Dreieck in Schwetzingen

 

Berlin (to). Die ehemalige Präsidentin der Europauniversität Viadrina in Frankfurt (Oder) Gesine Schwan schwärmte so sehr von der Entwicklung des Weimarer Dreiecks. Das Weimarer Dreieck ist ein loses außenpolitisches Gesprächs- und Konsultationsforum Deutschlands, Frankreichs und Polens. Seine Zielsetzung ist die Abstimmung der Politik der drei Länder und die Stärkung der europäischen Integration, ohne andere Staaten auszuschließen. Und das in dem beschaulichen badischen Schwetzingen?

 

Mit einer besonderen Vernissage im Karl-Wörn-Haus am 7. Oktober mit königlichen Fayencen aus Lunéville füllten der Oberbürgermeister der Stadt René Pöltl, sein Kollege Jacques Lamblin aus Lunéville, der neue Museumsleiter Lars Maurer diese Idee mit Leben. Die besondere Ausstellun

g ist bis zum 7. Januar in der Spargel- und Festspielstadt zu besuchen.

 

Der polnische Akzent ergibt sich über den polnischen König Stanislaus I. Leszczyński. 1737 verlegte er seinen Hofstaat nach Luneville und regierte Lothringen, auch eine Hochzeit der Fayencen. Nach dessen Tod fiel die Region an Frankreich zurück. Eine Attraktion des Badhausgartens im Schwetzinger Schlossgarten ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt.

 

Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen. So sind die Verbindungen zahlreich. Das fokussieren auch Evelyne und Guy Levieuge, die die Exposition in Schwetzingen federführend mit vorbereitet haben. Für mich als Chefredakteur war es toll, im Lokal Blauen Loch diese Themen mit beiden zu vertiefen, ein gewachsenes Weimarer Dreick. Diesen europäischen Gedanken rundete Katrin Schubkegel, in der Schwetzinger Stadtverwaltung für Städtepartnerschaften verantwortlich ab. Der von ihr geplante Besuch auf Schloss Hambach als eine der Wiegen europäischer Demokratie rundete das Ganze ab.

 

Begeistert von dem Programm, das auch den Besuch des neuen „Blaumuseums“ beinhaltet, zeigte sich auch Marie Viroux, die Dolmetscherin aus der Schwetzinger Partnerstadt…“Was für ein gelungenes Programm“, sagt sie seufzend. Begeistert auch die Stadträtin Raquel Rempp, die vor allem in dem personellen Neuanfang im Karl-Wörn-Haus große Chancen sieht, für Schwetzingen und Europa. Eine tolle französische Note, gerade im Hinblick auf die Buchmesse in Frankfurt (Main), die gerade von Bundeskanzlerin Angela Merkel (63) und dem französischen Staatspräsident Emmanuel Macron (39) eröffnet wurde.

 

Foto: Frank Bürger

Bericht: Frank Bürger


Kontakt zum Autor:

f.buerger@prenzlauer-rundschau.de


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Werner Euskirchen (Mittwoch, 25 Oktober 2017 08:02)

    Sehr geehrter Herr Frank Bürger, der Bericht Weimarer Dreieck in Schwetzingen war für unsere Kontaktbestrebungen Weimarer Dreieck zu Luneville und Frau Viroux sehr wertvoll, denn damit haben wir weitere Informationen zur Parntnerstadt Schwetzingen über das mit Luneville verbindnende Element: Polenkönig Stanislaus und die Paneuropäische Polenkönig Stanislaus Leszczynski Route quer durch Europa.
    Am Fr. 4.11.17 16.00 Uhr treffen wir uns im Kloster Hornbach zwischen Westwall und Maginot-Linie auf der dt.-fr. Grenze: 1275 jahre Kloster Hornbach im Deutsch-Französischen Begegnungs-Park. Eine gesonderte Einladung werde ich Ihnen noch zusenden. Frau Viroux wird mit einer Delegation aus Luneville auch anwesend sein.
    Mit königlich Herz og lichen Grüßen
    Werner Euskirchen
    Kurier des Polenkönigs
    Stanislaus Leszczynski