Aktuallisiert am 31.05.2017 um 23.50 Uhr

von Tobias Olm

17-Jähriger Nidal A. wurde freigelassen

Nidal A. ist in einem speziellen Asylbewerberheim untergebracht!


Foto: Redaktion
Polizei ermittelt gegen 17-Jährigen...

17-Jähriger festgenommen: Durchsuchungen in der Uckermark abgeschlossen

 

Brandenburg/Uckermark (to). Nachdem es am Dienstagmorgen einen Großeinsatz der Polizei Brandenburg mit dem Spezialeinsatzkommando (SEK) im uckermärkischen Gerswalde gab, fanden die Polizeibeamten nach stundenlanger Suche drei Mobiltelefone und ein Tablet. Der 17-jährige Nidal A. erschien bereits vorher als unruhiger Typ, schilderte ein anonymer Anrufer gegenüber der Prenzlauer Rundschau am Dienstagabend.

 

Der junge Mann soll ein Anschlag in Berlin geplant haben, wie aus einer Pressemitteilung der brandenburgischen Polizei herauszulesen war. Die Vorbereitungen dieses Einsatzes sollen sich bereits in der Nacht vom Montag zu Dienstag abgespielt haben, als die Informationen aus Hessen und Berlin ankamen. Daraufhin überprüften LKA-Beamte diesen Verdacht und starteten die Vorbereitungen des Einsatzes.

 

Die dortige Heimleitung wurde am Dienstag von einem Großaufgebot von Einsatzkräften der Polizei überrascht, jedoch auch das Amt Gerswalde wusste nichts über diesen großen Einsatz, wie die Rundschau recherchierte. Der Einsatz am Dienstag dauerte in Gerswalde stundenlang, jetzt steht auch seine Nationalität fest, informierte ein Sprecher der Polizei Brandenburg, am Mittwoch. Es handelt sich um einen 17-Jährigen Syrier. 

 

Bereits am Mittwoch wurde der 17-jährige Nidal A. freigelassen, aus Mangel an Beweisen. Nach Informationen der Prenzlauer Rundschau, sei der 17-Jährige nicht mehr in der Uckermark wohnhaft, er soll in einem speziellen Asylbewerberheim untergebracht worden sein, wo er überwacht wird, erklärte ein Anrufer, der Rundschau, aus sicherer Quelle.

 

„Er ist nach bisherigen Erkenntnissen im Jahr 2015 unerlaubt nach Deutschland eingereist und hier zwischenzeitlich als Asylbewerber registriert worden. Seit 2016 ist er in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gerswalde (LK Uckermark) untergebracht“, so ein Polizeisprecher, am Dienstag.

 

Das Heim für unbegleitete Flüchtlinge gehört der Betriebsgesellschaft „GFB-Stiftung“ an und ist seit 1994 im Betrieb. Betreut werden hier Kinder ab dem 14.Lebensjahr.

 

Hintergrund:

 

Ein 17-Jähriger sollte eine WhatsApp-Mitteilung an seine Mutter geschrieben haben, in dem er sich verabschiedet hat. Verwandte meldeten diese Nachricht der Polizei, die sofort handelte. Es schien zuerst so, als wäre der Anschlag bereits geplant, so griff man sofort ein und handelte. Die brandenburgische Polizei wird derzeit in Social-Media-Bereichen fürs schnelle Handeln gelobt.

 

Foto: Redaktion

Bericht: Tobias Olm


Kontakt zum Autor:

t.olm@prenzlauer-rundschau.de


Kommentare: 1
  • #1

    Redaktion (Mittwoch, 31 Mai 2017 14:01)

    Aktuelles, 31.05.2017:

    Potsdam. Am gestrigen Tage ist der 17-Jährige durch Beamte des Landeskriminalamtes mehrere Stunden im Beisein seines Vormundes befragt worden. In einem ersten Ergebnis der polizeilichen Maßnahmen ist seine Herkunft nunmehr eindeutig geklärt. Es handelt sich bei der Person um den 17-jährigen syrischen Staatsangehörigen Nidal A.

    Nach bisherigen Erkenntnissen hat er sich in den vergangenen Monaten selbst radikalisiert.

    Im Ergebnis besteht ein Anfangsverdacht bezüglich der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat gemäß § 89a StGB. Inwiefern und ob sich dieser erhärtet, werden die weiteren Ermittlungen am heutigen Tage zeigen. Die Befragung des Nidal A. ist heute Morgen fortgesetzt worden und dauert gegenwärtig an.

    Von den am gestrigen Tage sichergestellten Mobilfunktelefonen lässt sich nur eines auswerten. Die beiden anderen sind defekt. Die Auswertung des sichergestellten Tablets sowie des dritten Mobilfunktelefons dauert gegenwärtig an. Erkenntnisse hieraus liegen derzeit noch nicht vor. Die Polizei des Landes Brandenburg hatte am gestrigen Tage in der Spitze bis zu 130 Beamte in diesem Einsatz. Lage angepasst sind gegenwärtig noch etwa 70 Beamte vorrangig mit den Ermittlungen betraut.

    Eine Entscheidung über die Weiterführung möglicher straf-prozessualer Ermittlungen ist für den heutigen Nachmittag avisiert.