Veröffentlicht am  08.07.2017 um 11.00 Uhr

von Tobias Olm

G20: Angespannte Lage bleibt bestehen


Die Polizei war am Donnerstag bereits mit 20 000 Beamte im Einsatz.
Die Polizei war am Donnerstag bereits mit 20 000 Beamte im Einsatz.

G20 – Gipfel löst Ausnahmezustand aus

 

In Hamburg kam es beim G20 - Gipfel zum Ausnahmezustand, es ereigneten sich in der vergangenen Nacht vom Freitag zu Sonnabend, Szenen wie in einem Bürgerkrieg. Mehrere verletzte Polizisten und Demonstrationen sowie 100 Festnahmen gab es in den Nächten. Dreizehn Personen wurden sofort mit Haftbefehl verhaftet heißt es von der Hamburger Polizei. Auch am heutigen Samstag sollen zwei große Demonstrationen stattfinden.

 

Brandenburg/Hamburg (to/fb/tm). Ganz Deutschland blickt derzeit nach Hamburg und ist schockiert über diese dramatischen Szenen, die in aller Welt gezeigt werden. Ob Hamburg der richtige Ort, für einen solchen Gipfel war, bleibt aktuell in Frage gestellt.

 

Schon am Donnerstagnachmittag kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und dem Schwarzen Block, der seit diesem Tag, auch für mehrere Unruhen gesorgt hat. Ein Dutzend Fahrzeuge wurden angezündet und brannten völlig aus, mehrere Plünderungen in Supermärkten gab es, viele Mülltonnen und Barrikaden wurden in Flammen gesetzt, dies hat nichts mehr mit Demonstration zu tun, sondern mit einer wahren Kampfansage gegen die Polizei.

 

Die Polizei schaute sich am Freitagabend die Szenen stundenlang an und reagierte mit Sondereinheiten aus Österreich und Deutschland, die mit Langwaffen auf die Linksradikalen gezielt haben und die Schanze zurückeroberten. Es gelang nach 3.00 Uhr erst, die Gegend als Sicher zu erklären. Ein erfahrender Polizist im Interview gegenüber der Rundschau, welcher aus Sicherheitsgründen nicht namentlich erwähnt werden möchte; “Es ist unglaublich, wir haben sowas noch nie erlebt. Ich bin seit 20 Jahren im Polizeidienst und bin richtig schockiert!”. Zudem sind in der Nacht noch weitere Einheiten aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern eingeflogen worden, um für den Schutz der Bürger zu sorgen und ebenfalls zu reagieren.

 

Die Brandenburger Polizei hat seit Donnerstag 500 Einsatzkräfte vor Ort, unter diesen drei Hundertschaften und Wasserschutzpolizisten, hieß es am Freitag auf Nachfrage. Die Schäden könnten in die Millionenhöhe gehen und hier stellen sich viele der Frage, wer übernimmt den Schaden, der Randalierende? Eine gute Frage, die Versicherungen, der Staat selbst, weil er Ausrichter des Gipfels ist, diese Frage, könne man derzeit nicht beantworten.

 

Es ist ein wahrer Weltenbrand, der da in Hamburg stattfindet. Deutschland diskutiert, Deutschland fragt nach den Ursachen, Deutschland ist ratlos. Die Staatschefs sitzen in der Elbphilharmonie und lauschen den Klängen des Orchesters und des Chors, der Ode an die Freude, unter Leitung von Kent Nagano. Im Übrigen war der am 25. Juni 2005 in der Prenzlauer Nicolaikirche zu Gast. Und draußen vor der Tür geht Hamburg in Flammen auf.

 

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Fotos: Redaktion

 

Bericht: Tobias Olm, Frank Bürger und Torsten Münn


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